100 Hände auf zwei Flügeln
Die Musikschulen Zumikon und Zollikon luden zum Klavierfestival in den Gemeindesaal Zollikon. 100 Klaviervirtuosen demonstrierten ihr Können einem begeisterten Publikum.
Text und Bilder: Willy Neubauer
Das zweite Konzert des dreiteiligen Klavierfestivals in Zollikon ist das eigentliche Highlight. Die 89 Klavier-Schülerinnen und Schüler der Musikschulen Zumikon und Zollikon bieten dem Publikum eine Uraufführung. Ines Abraham, Klavierlehrerin in Zollikon, hat einen bunten Strauss bekannter Melodien, eine musikalische Collage sozusagen, zu neun Bildern zusammen gestellt. Die neun Medleys begleiten sieben Streiche von Max und Moritz, plus Vorwort und Schluss, während Sprecherin oder Sprecher den Busch-Text rezitieren, während der Beamer die entsprechenden Busch-Illustrationen auf die Leinwand projiziert. Dieser Genuss für Ohr und Auge begeistert das Publikum, das vorwiegend aus stolzen Eltern, Paten und Grosseltern besteht.
Und so stehen die Figuren, die Busch in seinem unsterblichen Max und Moritz beschrieben hat, nochmals vor dem geistigen Auge des Zuschauers auf: Die Witwe Bolte mit ihrer Hühnerschar, der Schneider Böck, die krabbelnden Maikäfer. Und natürlich die Gänse des Müllers, die den Lausebengeln ein unrühmliches Ende bereiten.
Max und Moritz musikalisch untermalt
Die Begleitmusik liefern jeweils 12 Hände an den zwei Instrumenten, bei jedem Streich kommt eine neue Gruppe mit Erzähler zum Einsatz. Das Altersspektrum der Protagonisten reicht von sehr klein bis zu Teenagern. Nur das Niveau des Gebotenen ist gleich bleibend hoch. Da hat Ines Abraham ihrer Schülerschar die Musik, je nach Ausbildungsstand und Können, perfekt auf den Leib geschneidert. Und auch die Sprecher, respektive Spieler, überzeugen. Und schon im Foyer wird das Publikum mit dem Thema Max und Moritz konfrontiert: ein bunter Reigen von Max und Moritz Portraits, gezeichnet von den Erstklässlern der Unterstufe, empfängt die Besucher.
Dolce Vita pantomimisch dargestellt
Am Anfang und zum Ausklang des dreiteiligen Konzertes reihen sich die 89 Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrer in eine lange Schlange und jeweils drei Pianistinnen und Pianisten interpretieren einige Töne eines Marsches von Edward Elgar auf den zwei Instrumenten. Und das so lange, bis alle 100 Musikanten ihr Pensum abgespielt haben. Das Publikum bedankt sich für das einmalige und eindrückliche Bild mit warmem Applaus. Der erste Teil des Konzertes unter dem Titel «Was beliebt ist auch erlaubt», bietet Ausschnitte aus dem Können der jungen Klaviervirtuosen von Klassik über Blues bis zum Boogie, wobei bei «Dolce Vita» drei exzellent Klavier spielende junge Damen und Lehrerin Jutta Hebling von zwei jungen Herren pantomimisch bezirzt werden.
Crème de la Crème der Musikschule
Der dritte Teil, Motto «Ein gutes Tier ist das Klavier» bietet Hörgenuss von Bach über Beethoven bis zu Bizet. Das Highlight dieses Teils ist die Toccata und Fuge in d von Bach, die einmal klassisch und einmal als jazzige Variante mit Schlagzeug von Matteo Bernasconi, Timoteo Cozzio, Vincent von Rotz und Lehrerin Ines Abraham vorgetragen wird. Was die drei jungen Männer mit ihrer Lehrerin bieten ist hohe Klasse und begeistert den Saal. Michael Gohl, der Leiter der Musikschulen Zollikon und Zumikon hat den Anlass moderiert. Er ist vom Konzert begeistert und freut sich, dass mit Max und Moritz eine neue Dimension ins Klavierfestival eingezogen ist. Und Ines Abraham ist einfach glücklich. Ihr monatelanger Aufwand hat sich gelohnt, findet sie. Das begeisterte Publikum verdankt das Konzert mit grossem Applaus. Und mit vielen «Noten», die den Weg in die bereit gehaltenen Körbchen finden.
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