So viele Jungbürger wie noch nie feierten
90 Zumiker Jungbürger hatte der Gemeinderat zur Feier der Volljährigkeit eingeladen. 54 folgten der Einladung, rund 40 Eltern und beinahe der gesamte Gemeinderat feierten mit. Eine Rekordzahl.
Text und Bilder: Willy Neubauer
Sie erhalten neue Rechte, haben auch gewisse Pflichten zu erfüllen, informiert ein strahlender Gemeindepräsident Hermann Zangger die Jungbürger der Jahrgänge 1990 und 91. Dass die jungen Leute jetzt ohne Einwilligung der Eltern heiraten dürfen, sich in ein politisches Amt wählen lassen können, aber auch dem Staat ihren Obolus entrichten müssen, teilt er schmunzelnd mit. Und stellt gleich Finanzvorstand Rolf Zimmermann vor, der beim Kapitel Steuern in freudiger Erwartung Daumen gegen Zeigefinger reibt. «Es hat sich gelohnt, zwei Jahrgänge zur Feier zusammenzufassen, 54 junge Teilnehmer entspricht einer Quote von 60 %, das ist ein hoher Schnitt. Und dass so viele Eltern kamen, freut mich sehr», äussert sich Zangger. Schon um 19.00 Uhr summt es im Foyer des Gemeindesaales wie in einem Bienenhaus. Apéro-Time. Man muss sich durch sich begrüssende Jugendliche und miteinander plaudernde Eltern bis zum Buffet vorkämpfen. Es geht zu wie an einem «Weisch-no-Seniorenanlass». Überall werden Erinnerungen ausgetauscht. Die Stimmung ist grossartig. Und sie hebt sich noch, als die Türen zum Saal geöffnet werden und Gemeindepräsident Zangger die Gäste mit einer kurzen Rede begrüsst.
Essen gut, alles gut
Jetzt folgt ein kurzer Film, der den jungen Bürgern vielleicht etwas zu locker und kumpelhaft ihre neuen Rechte und Pflichten näher bringt. Und dann wird das Salat- und Antipastibuffet eröffnet. Olivia Engeler geniesst den Anlass. «Ein schöner Abend, gut gemacht, feines Essen». Die junge Frau besucht das Gymi in Zürich und möchte nach der Matur Psychologie studieren. Nachdem alle Gemeinderäte und ihre Ämter vorgestellt wurden – lediglich Tiefbau-Vorsteherin Ursula Rasch musste sich entschuldigen lassen – erfreute Züri-Gschnätzlets Leib und Seele und dann folgte das, was die jungen Bürger am meisten freute – die Band Dyonikal mit den Zumikern Thomas Jud und Jan Werle legten los. Die Band, die seit 2002 zusammen ist, hat die Taufe ihrer ersten CD im Mai letzten Jahres im Mascotte in Zürich zelebriert, der Gemeinderat, der das Projekt unterstützte, hat damals mitgegroovt. Catherine Wagner gefällt der Anlass. «Ich freue mich, alle wieder zu sehen», meint sie. Sohn und Tochter feiern mit Jahrgang 90 und 91 mit. «Ihr Interesse an Politik ist noch nicht so gross, meint Wagner, «aber ich hoffe, dass sie die eine oder andere Gemeindeversammlung besuchen». Auch Bernhard Engeler ist beeindruckt vom Anlass. Er freut sich, dass so viele Junge gekommen sind und meint, das könnte ein Indiz dafür sein, dass sich die Jungen wieder mehr dafür interessieren, was auf Gemeindeebene so läuft. Seine Tochter Olivia sei politisch noch nicht so interessiert, aber sie lese Zeitungen, was ja zur Meinungsbildung beitrage. Ihm gefällt, dass der Gemeinderat praktisch in corpore anwesend ist.
Dyonikal – der Renner der Jungen
Jetzt werden die Geschenke an die jungen Bürger verteilt. Das sind das zumikerblaue Badetuch mit aufgesticktem Wappen, das, gemäss Gemeindeschreiber Thomas Kauflin, vor dem ersten Gebrauch gewaschen werden muss, damit es sich nicht zerfuselt. Und das sind, für diejenigen die wollen, die zwei Büchlein «User Guide, Jugend-Info» und «Schweiz in Sicht», die beide die schweizerische Demokratie altersgerecht näher bringen. Annina Lehmann, die mit Zwillingsschwester Yasmin teilnimmt, findet es cool, alle Kollegen wieder zu sehen. Sie besucht die Handelsschule und weiss über ihre Rechten und Pflichten eigentlich recht gut Bescheid. Ob sie sich einmal politisch betätigen wird, weiss sie noch nicht. Gabi Leuchtmann findet die Musik etwas zu laut, den Anlass aber schön. Ihr Sohn ist jetzt volljährig, das war die letzte Jungbürgerfeier, an der sie teilgenommen hat. Marc Meier und Fabian Eigenmann freuen sich, die alten Kollegen zu treffen. Ihnen hat die Band Dyonikal am besten gefallen.
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