Beim Zumiker Männergrillkurs geht Liebe durch den Magen
Ein lukullischer Abend mit Wein, Weib, gutem Essen und strahlendem Wetter beschloss den diesjährigen Männegrillkurs. Am Abschlussabend verwöhnten die Herren ihre Damen mit feinen Grilladen.
Text und Bilder: Willy Neubauer
Zumikon.– Zuerst landet der Pulpo im Bad von Olivenöl, Kräutern und Gewürzen. Und dann wird der Wok auf den Rost des Grills gestellt, wo der Tintenfisch rund 40 Minuten vor sich hin gart. Währenddem stehen gesetzte Herren neben jungen Männern in Shorts an langen Tischen und wickeln Speck um Zwetschgen, bereiten Würz-Marinaden vor und sorgen dafür, dass die Vorspeisen rechtzeitig auf den drei riesigen Grills vor sich hin brutzeln. Würzen kleine, feine Kartoffeln, legen sie auf Alufolien und machen daraus grillgerechte Päckchen. Es ist der Schlussabend des Männergrillkurses, an dem die Herren der Schöpfung ihren Damen demonstrieren, was sie an zwei Kursabenden vom Kursleiter gelernt haben. Und weil Liebe bekanntlich durch den Magen geht, bemühen sich auch in Ehren ergraute Ehemänner, um ihrem Herzblatt etwas Besonderes zu bieten. Von oben brennt die Sonne, von unten heizt der Grill, auf dem höllisch gewürztes Fleisch und Fisch einen verführerischen Duft verströmen. Weiter hinten dekorieren Männer die langen Tafeln, werden Blütenblätter apart platziert, applizieren die Köche die Knoblauch-Masse auf Baguetten und verwandeln diese so zum «Chnobli-Brot». Und dann treffen die ersten Damen ein – es ist Apéro-Time.
Vom Pulpo zum Crevetten-Spiesschen
Zum 19. Mal wird der Männer-Grillkurs heuer durchgeführt. Und zum ersten Mal steht Markus Vögeli den Männern als Coach mit Rat und Tat zur Seite. Vögeli ist Metzger in der hiesigen Migros und hat dieses Jahr neue Rezepte und Vorschläge gebracht, wie sie Zumikons Männer noch nie aus probiert haben. Wie den Pulpo beispielsweise. «Am ersten Abend habe ich zuviel vorbereitet, am zweiten haben die Männer dann alles selbst gemacht, ich habe nur noch kontrolliert und beraten», erklärt Vögeli, «heute haben wir eine richtige Feldküche hier», meint er lachend. Die Männer seien sehr interessiert und hätten gut gearbeitet, man merke, dass sie Spass hätten, merkt der Fleisch- und Fisch-Spezialist an. «Der Grillkurs ist einfach Spitze, man lernt immer neue Leute kennen und das Essen ist spitzenmässig», kommentiert Rosemary Gähler, deren Mann ein «Wiederholungstäter» ist. Sie geniesst den herrlichen Abend mit netten Leuten, ausgezeichnetem Essen und einem guten Glas Wein. «Was will man mehr, man wird bekocht, frischt alte Bekanntschaften auf und knüpft neue». Der Pulpo ist verputzt, jetzt locken Crevetten-Spiesschen und verschiedene Salate. Herz, was willst du mehr!
Romantisches Kerzenlicht
Carlo Grete ist einer der jüngeren Teilnehmer. Der 26-jährige schätzt, wie locker und natürlich die verschiedenen Generationen miteinander umgehen. «Die Gesellschaft ist wirklich gut, jeder Abend war mega lustig», meint der junge Mann, der in Zumikon aufgewachsen ist. Ihm gefällt, dass der Kursleiter seinen Job mit Herzblut gemacht hat und neue Ideen vermittelt hat. Der zurückgetretene Gemeinderat Gaston Guex ist zum wiederholten Mal dabei. Er schätzt auch den gesellschaftlichen Aspekt und die gute Durchmischung der Bevölkerungsschichten. Der Grillkurs sei ein Riesenerlebnis für Zumikon, führt er weiter aus.
Ein Riesenerlebnis ist auch das Bisteca di carpacio, das serviert wird. Eine Köstlichkeit vom Grill. Inzwischen ist es dunkel. Die Szene wird vom Kerzenlicht beleuchtet, als man sich über das opulente Dessertbuffet hermacht. «Ein guter Kurs mit vielen interessanten Teilnehmern und neuen Ideen des Kusleiters, wir mussten wieder viele Interessenten aufs nächste Mal in zwei Jahren vertrösten», zieht Lukas Fischer vom organisierenden Gemeindeverein sein Fazit.
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