Die Wasserratten sind wieder in ihrem Element
Bekanntlich ereignete sich am Pfingstmontag im Hallenbad Juch ein Brandfall und es musste geschlossen werden. Seit Dezember letzten Jahres ist es wieder im Betrieb. Die Wasserratten sind glücklich in ihrem Element.
Text und Bild: Willy Neubauer
Rund 120.000 Besucher gehen pro Jahr buchstäblich im Juch baden. Im Freibad sind es überwiegend Einheimische, das Hallenbad frequentieren auch Auswärtige. «Wir haben nur im Oktober/November kein Wasser anbieten können, bis dahin konnten unsere Gäste vom geheizten Freibad, in dem die Wassertemperatur permanent 24° beträgt, profitieren», orientiert Rico Graf von der Badi Juch. «Trotzdem sind wir froh, dass das Hallenbad wieder im Betrieb ist, auch wegen der Schüler und Jugendlichen, die wieder Wasser praktisch vor der Haustüre haben», meint Graf weiter. Denn das Hallenbad sei beliebt und ziehe auch viele Senioren an, die im schmucken Bad etwas für ihre Gesundheit täten.
Juch bietet Jung und Alt viel
Einer dieser Senioren ist Werner Bolli. Der drahtige Mann mit der weissen Mähne und der markanten Stimme ist Stammgast im Juch. Und mit seinen bald 75 Jahren fit wie ein Turnschuh. «Ich besuche das Juch seit jeher, im Sommer schwimme ich im Freibad zwei bis drei Kilometer, im Winter im Hallenbad bin ich ungefähr eine halbe Stunde im Wasser und wärme mich vorher im Fitnessraum auf. Und nachher gönne ich mir manchmal noch einen Besuch in der Sauna», meint der Senior schmunzelnd. Bolli war früher Rettungsschwimmer und auch Taucher, ist also der «Prototyp» einer Wasserratte und möchte das Hallenbad unter keinen Umständen missen.
Denn die Zukunft des Hallenbades Juch liegt im Ungewissen. Vermutlich im Herbst wird darüber entschieden. An einer Gemeindeversammlung wird der Souverän über zwei Varianten abstimmen, bevor das definitive Geschäft dann an die Urne geht. Die abgeänderte Initiative für geschätzte 19,5 Mio. Franken sieht die Sanierung des Hallenbades, die technische Erneuerung der Sauna und den Neubau eines Lernschwimmbeckens vor, während der Gegenvorschlag der Gemeinde für geschätzte 14,5 Mio. Franken auf das Lernschwimmbecken verzichten will. Die ursprünglich geforderte Attraktivitätssteigerung für Kinder wird aus Kostengründen weg gelassen.
Juchtechnik ist veraltet
Graf möchte dem Publikum gerne zeigen, was es heutzutage alles braucht, damit das Hallenbad auch den neuesten Vorschriften entspricht. Man dürfe es so weiterbetreiben, aber bei einer Renovation müsse man die Technik auf den neuesten Stand bringen, erläutert er. Denn das technische Equipment im Juch stammt aus dem letzten Jahrtausend und ist dringend renovationsbedürftig. Damit das Hallenbad Juch wieder zu demjenigen Schmuckstück wird, das es einmal war. Und an dem die ganze Bevölkerung wieder lange Zeit Freude haben kann.
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