Beim Säulikegeln ging es um leckere Schweinereien
Wie jeden November haben in Zumikon wieder Frauen und Männer eine ruhige Kugel geschoben und ausgesuchte Schweinereien gewonnen. Beim «Säulikegeln» des Männerchors.
Text und Bilder: Willy Neubauer
«Früher haben die vier Tagessieger ein 20er-Goldvreneli, dann ein 10er-Stück gewonnen, dieses Jahr erhalten sie einen Goldbarren. Nämlich ein 2,5 Gramm Goldplättchen», erklärt der Vizepräsident des Männerchors und Gemeindepräsident Hermann Zangger, der den verhinderten Präsidenten Rico Graf beim Absenden vertritt. Gemäss Zangger kostet das 2,5 Gramm Plättchen soviel wie das Vreneli vor wenigen Jahren. Soviel zur Entwicklung des Goldpreises!
Sonst aber biegt sich der Gabentisch wie immer unter der Last von zwei Schweinen, die Jäger Ruedi Rüegg fachmännisch zerlegt und zubereitet hat. Da liegen saftige Schinkli und Schüfeli, Speckseiten und natürlich die unglaublich guten, handgefertigten Bratwürste für die 33 Frauen und 58 Männer bereit, die an zwei Wochenenden die Kegel gleich reihenweise gefällt haben. Ob so vielen Köstlichkeiten läuft einem das Wasser im Munde zusammen!
Ein Stück vom Schwein für jeden Teilnehmer
Kegeln ist ja bekanntlich der Sport, bei dem ein gewisser Bauchumfang durchaus zum gewünschten tiefen Schwerpunkt verhelfen kann, dank dem die Kugel optimal sanft und ruhig über die Bahn gleitet, um zum gewünschten «Babeli» oder «Kranz» im Ziel zu führen. Lebender Beweis dieser These ist René Manser vom Zollikerbeg, der die letzten Jahre oft zuoberst auf dem Podest stand und heuer den dritten Rang belegte und als Tagessieger vom ersten Samstag einen «Goldbarren» mitnehmen durfte. Überhaupt scheinen die Mansers eine eigene Kegelbahn im Keller zu haben: Sohn Philipp belegter den zweiten Platz und war am zweiten Samstag Tagessieger (die Mansers räumten also die Hälfte des Goldes ab), dessen Frau findet man bei den Damen im achten Rang, die Familie hat also auch einen schönen Teil des Schweines nach Hause gefahren.
Den ersten Zumiker findet man mit 70 Holz im vierten Rang: Walter Loepfe, heimst als bestes Mitglied des Männerchors auch die Wappenscheibe des Chors ein.
Das schwache Geschlecht erweist sich als gar nicht schwach, die Siegerin der Damen, Irmgard Gomm aus dem Zollikerberg hätte es mit ihren 66 Holz unter die ersten Zehn bei den Herren geschafft. Und auch die beste Zumikerin, Dora Hardmeier, fällte nur fünf Holz weniger als ihr Mann Hanspeter. Die Kegler haben teilweise weite Wege unter die Räder genommen, um ein Stück vom Schwein zu ergattern. Von Meilen, Winterthur, Volketswil, Jona oder Kloten kommen die Sportler, wenn es leckere Schweinereien geht. Denn beim Säulikegeln des Männerchors erhält jeder Teilnehmer einen saumässig guten Preis. Selbst wenn er lauter Nuller kegelt. Wer mitmacht, hat eben in jedem Fall Schwein gehabt.
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