Gemeindeversammlung hat entschieden: Forchbahnstation Waltikon erhält einen Lift
Der Souverän von Zumikon (insgesamt 144 Stimmberechtigte waren an der Gemeindeversammlung anwesend) hat entschieden: auch die Forchbahnstation Waltikon erhält einen Lift.
Text und Bilder: Willy Neubauer
Es ging vor allem um Geld an der Gemeindeversammlung vom 19.4. im Gemeindesaal Zumikon. Die Jahresrechnung 2010 des politischen Gemeindegutes war zu genehmigen. Und erstmal stellte der neue Finanzchef Zumikons, Thomas Hagenbucher (SVP), das Geschäft vor. Doch zuerst begrüsste Gemeindpräsident Hermann Zangger die Versammlung, wies nochmals auf die erfolgreiche Jungbürgerfeier im März hin, bei der 50 neue Jungbürger anwesend waren und hoffte, dass einige der neuen Stimmberechtigten den Weg an die Gemeindeversammlung gefunden haben mögen.
Dann war der Weg frei für Finanzvorstand Hagenbucher, der eine Rechnung mit einem Aufwandüberschuss von 6 Mio. – und damit die schlechteste Rechnung seit rund 20 Jahren – präsentierte. Das würde aber weder an der Gemeinde, noch an ihm liegen, erklärte Hagenbucher, sondern am Finanzausgleich, der in der Periode von 05 - 09 43 % mehr abgeschöpft habe, während das Steueraufkommen in diesem Zeitraum lediglich um 26 % zugenommen habe. Hagenbuchers Vorgänger Rolf Zimmermann hat ja seinerzeit verkündet, dass Zumikon von der Hundesteuer lebe. Sieht man die neuesten Zahlen an, wird, dem Finanzausgleich sei’s gedankt, wohl bald noch Katzen-, Vogel- und Hamstersteuern eingeführt werden.
Der Souverän folgte der Empfehlung der RPK und genehmigte die Jahresrechnung einstimmig, besonderen Applaus erhielt der Abteilungsleiter Finanzen Ernst Enzler, der die Zahlen so früh derart ausführlich vorlegen konnte.
Eine Lanze für Behinderte
Wie erwartet sorgte die Initiative «Station Waltikon: Zugang für Alle» von Walter Weber für den grössten Gesprächsstoff. Weber, der nach eigenen Angaben noch über eine Sehkraft von 2 % verfügt, legte eindringlich dar, wie sich die Situation für Behinderte oder auch für Forchbahnreisende mit Gepäck oder Mütter mit Kinderwagen darstellt. Aus seiner Sicht ist die gewünschte Nachrüstung der Station Waltikon mit einem behindertengerechten, stufenlosen Übergang zwischen den beiden Perrons (Lift) kein Luxus, sondern unabdingbar. Man könne sich nicht für den öffentlichen Verkehr aussprechen und dabei gewisse Bevölkerungsgruppen einfach weglassen. Unter den verschiedenen Votanten stach das Argument von Hans Kauer hervor, der dem federführenden Gemeinderat Jürg Eberhard empfahl, im Winter einmal mit dem Rollstuhl die Rampe der Unterführung hinunterzufahren. Er würde dann bei der folgenden Gemeindeversammlung wohl kaum oben auf dem Podium sitzen!
Der Souverän entschied gegen den Antrag von Gemeinderat und RPK: Die Initiative «Station Waltikon: Zugang für Alle» wurde mit 72 zu 52 Stimmen angenommen.
Die weiteren Geschäfte
Beim Projektierungskredit Sanierung und Erweiterung Hallenbad Juch wurde die Bauabrechnung genehmigt, immerhin wurde der Kredit um rund 270.000 Franken unterschritten.
Und auch die Bauabrechnung (Umbauten und Anschaffungen) des «Chinderhuuses» am Dorfplatz wurde genehmigt (Kreditunterschreitung 6.400 Franken).
Ja sagte die Gemeindeversammlung auch zum Förderprogramm 2012 für das Label Energiestadt Zumikon. Der Antrag der FDP, das Programm auf einen Zeitraum von vier Jahren zu beschränken und dann über eine Fortsetzung neu zu befinden, wurde wuchtig verworfen.
Die Differenz der Jahrsrechnung der Schulgemeinde beträgt 3,4 Mio. Franken. Statt eines Verlustes von 1,6 Mio. resultierte ein Gewinn von 1,8 Mio. Franken. Der Verkauf der zwei Kindergärten spülte die Differenz herein, die – gegen den Willen der Schulpflege – ins Eigenkapital verbucht werden musste.
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