Der Dorfmärt findet wieder statt
Endlich ist sie vorbei – die schreckliche, dorfmärtfreie Zeit. Endlich beginnt der Dorfplatz wieder zu leben, wenigstens am letzten Samstag im Monat – während des Dorfmarktes, an dem sich tout Zumikon trifft.
Text und Bilder: Willy Neubauer
Wenn sich am Samstag der Dorfplatz in bunten Farben präsentiert, wenn Stände den Platz versperren, vor dem Gemeindehaus gutgelaunte Menschen auf Bänken an Tischen sitzen, aus dem Dorfbrunnen lüpfige Musik ertönt und bekannte Zumiker Gesichter mit Serviertablett, Flaschen und Gläsern umherdüsen, dann muss Dorfmärt sein. Und das ist der Anlass, an dem man Bekannte und Unbekannte trifft, die man schon lange mal wieder sehen wollte. Oder auch nicht.
Am letzten Samstag im April war es wieder soweit: der erste Märt lockte. Und es herrschte Märtwetter (Österreicher würden sagen: Kaiserwetter). Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein, der für die ersten Rötungen im Gesicht sorgte (oder war das gar nicht die Sonne, sondern das Resultat von Reben- und Gerstensaft, denen marktüblicherweise rege zugesprochen wurde?). Es bleibt dem Leser überlassen, die richtigen Schlüsse zu ziehen, wobei anzumerken ist, dass das Marktmenu, eine Bündner Spezialität, trotz Apfelmus etwas trocken war und zum Konsum von Flüssigem geradezu aufforderte.
Erfolgreiche Velobörse
Der erste Markt ist seit Jahren gleichbedeutend mit der Velobörse. Das ist der Anlass, wo der fleissige Frauenverein nicht mehr gebrauchte Drahtesel in Empfang nimmt, diese von einem Fachmann beurteilen und schätzen lässt (früher war das Ronnie Attard von Go bike go), und sie dann verkauft. Die eine Hälfte des Erlöses geht an den ehemaligen Besitzer, die Andere an den Frauenverein, der damit eine Institution unterstützt. Heuer überwiesen Zumikons Frauen Tausend Franken an TIXI, den Fahrdienst für Behinderte. Bravo!
Ein einziges Fahrrad blieb stehen und musste zurückgegeben werden, alles andere wurde verkauft. Genau so wie die Kindervelos, Helme und anderes Zubehör. Ein toller Erfolg.
Die lüpfigen Klänge aus dem Dorfbrunnen stammten von den «Schneehaas-Örgelern», der Handörgeli-Formation des Zumiker «Örgeli-Königs» Hans Blöchlinger, die die Marktbesucher aufs Trefflichste unterhielten. Und für die Märtbeiz verantwortlich zeichnete der Frauenturnverein, dessen gigantisches Kuchenbuffet innert kurzer Zeit ratzekahl weggefuttert war.
Geniessen wir die Märtzeit. Und hoffen wir, dass Petrus das ganze Jahr über ein Märtfan bleibt, und dem Anlass am jeweils letzten Samstag im Monat immer schönes Wetter beschert.
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