Von der Holzeisenbahn bis zum Mokkatässchen mit Goldrand
Der Zumiker Flohmärt bot an 16 Ständen vom hoch stehenden Holzspielzeug über Nippes bis zu Second-Hand Kleidern und Schuhen einfach alles, was das Herz begehrt.
Text und Bilder: Willy Neubauer
Der kleine, hölzerne Specht wetzt den Baum hinauf und hinunter – ohne Motor, aus eigenem Antrieb. Das hölzerne Spielzeug aus vergangenen Zeiten zieht viele Besucher des Zumiker Flohmarktes in seinen Bann. «Wir haben heute eine grosse Holzeisenbahn für 20 Franken verkauft, die bestimmt 2- 300 Franken Wert war», meint die Zumikerin Lucrezia Baumberger, die mit ihrem Mann Alfons Holzspielzeug verkauft, das ihren Kindern gehört hat. Auf manchem Objekt steht der Name Pastorini. Da hat es Trouvaillen darunter, die für wenige Franken den Besitzer wechseln. Das ist die eine Seite des Flohmärtes.
Die andere Seite ist bei den Polettis zu finden. Mutter und Tochter bieten Geschirr an. Feine Teetassen aus Porzellan mit Goldverzierung, ganze Services. Und dann ist da noch Charly Ruh mit seinem Stand. Ruh, der im normalen Leben in Zumikon Bodenbeläge verlegt, bietet am Flohmärt vom alten Zylinder-Hut über den verrussten Kochtopf fürs offene Feuer bis zur Gamelle an seinem Stand «Antiquitäten» an. Früher hat er Flohmarkt-Objekte gesammelt, jetzt verkauft er sie wieder – mit seinem Strohhut passt er wunderbar ins Bild des Flohmärts.
Vom Bürkli- an den Dorfplatz
«Früher habe ich noch auf dem Bürkliplatz verkauft», meint Ruh schmunzelnd. Jetzt findet er den Flohmärt auf dem Dorfplatz spannend, weil man ja schliesslich den Dorfplatz ein wenig beleben sollte. Ruh ist zufrieden mit seinem Tag, obwohl das Geschäfts nur mittelmässig läuft. Aber ein wenig jammern gehört wohl zum Marktleben. Dass der Märt nicht so belebt ist wie üblich liegt wohl daran, dass der 1. August denjenigen, die nicht in den Ferien sind, ein langes Wochenende beschert und viele verreist sind.
Nicht verreist ist auch Luc aus Zollikon, der mit seinen Kumpels Spielzeug verkauft, das er bicght mehr braucht, um Platz für Neues zu schaffen. Von der Dorfmärt-Beiz schweben die Handörgeli-Klänge von Herbert Kresken herüber. Zeit, sich von den Männerchor-Männern, die die Märtbeiz führen, eine Portion Penne servieren zu lassen. Oder in die verführerisch duftende Wurst des Dorf-Metzgers zu beissen. Und dazu ein kühles Bier geniessen. Märt-Herz, was begehrst du mehr?
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