Die Cowboys erobern die Forch
Cowboys und –girls, fetzige Country-Musik, Line-Dance-Kolonnen, Tex-Mex-Food und Bier – die 10. Country-Night der Flössergruppe Forch ging in der Schmalzgrueb im ausverkauften «Haus» über die Bühne.
Text und Bilder: Willy Neubauer
Und wieder ist die Schmalzgrueb das Nashville der Schweizer Countrymusic, die Lagerhalle der Firma Wyder das Thumbstone auf der Forch, wo der grosse Showdown der Western-Helden stattfindet. Männer, den Stetson tief ins Gesicht gezogen, staksen mit wiegendem Gang in die Coyoten-Bar. Oder setzen sich auf die langen Bänke, das Gesicht leicht schmerzverzogen, weil die Cowboystiefel ungewohnt sind und die Hühneraugen drücken. Cowgirls, im luftig-weiten Rock oder in Jeans geniessen das Chili – und natürlich die Musik. Es die Zeit der Country-Night Forch, der zehnten mittlerweile. Und auch die ist wieder ausverkauft. Rund 800 Besucher erwarten in der pumpenvollen Halle den Auftritt der ersten Gruppe, der «Rusty Nuggets», die eigentlich keinen Country, sondern guten, ehrlichen Rock zelebrieren. Und das seit 30 Jahren. Von «Route 66» bis zu «Let’s spend the night together» nehmen sie den Zuhörer auf ihre «Tour de Rock» und begeistern ihr mittelalterliches Publikum.
Line-Dancer tanzen Knoten in die Beine
Bald erobern die ersten Line-Dance-Formationen die Tanzfläche. Die «Mavericks» setzen zu ihrem Tanz an, der so einfach aussieht, aber einem Ungeübten Knoten in die Beine beschert. Und die Leute sind so ausdauernd, wie die Cowboys beim Viehtrieb, getanzt wird bis der letzte Song beendet ist.
Unter die Könner, die durch ihre synchronen Figuren auffallen, mischen sich immer mehr «Freizeitcowboys». Wie zum Beispiel der Vorstand des Verschönerungsvereins Zumikon, der einen schönen Abend verbringt. Und auch der Zumiker Schreinermeister Röbi Giger tanzt überhaupt nicht hölzern, sondern gibt alles.
Jetzt kommt der Auftritt von «Tuff Enuff», der Country-Formation, die sich vor einigen Jahren unter anderem aus ehemaligen Musikern der Sunday-Skifflers gegbildet hat. Sie spielen soliden Country, Rock und Blues und überzeugen ihr Publikum. Peps Dändliker, der mit seinem Waschbrett den Sound interessant aufmischt, zeigt sich zufrieden mit dem Abend. Der Auftritt sei gelungen, meint der charismatische Küsnachter, jetzt müssten sie sich bald an eine neue CD machen, von ihrem ersten Tonträger hätten sie in den ersten drei Jahren 1000 Stück verkauft. Nur mit dem Sound habe es nicht so recht geklappt, meint Dändliker. Und tatsächlich, in den hinteren Regionen der Halle kam nur noch ein «Musikbrei» an, während vorne den Tanzenden buchstäblich der Schmalz aus den Ohren flog. Das tat aber der Freude über den Auftritt von Tuff Enuff keinen Abbruch.
Country-Night ausverkauft
Jetzt entert Cowboy Marco Gottardi die Bühne, frenetisch begrüsst von seinen Fans. Er ist der sichere Wert in der Country-Szene und begeistert sein Publikum mit seiner ausdruckstarken Stimme und seiner «Silver Dollar Band». Das Publikum geht mit bis nach Mitternacht. Und die 70 Helfer wetzen durch die Halle und schleppen unermüdlich Food und Drinks an die langen Bänke. Erstaunlich, wie die Forch-Flösser alle zwei Jahre einen Anlas solcher Grössenordnung auf die Beine stellen können. Und, praktisch ohne Werbung, «Full-House» haben.
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