Hallenbad Juch geht doppelt an die Urne
Nach langen Diskussionen entschieden die 323 Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung in Zumikon, dass an der Urne über den Vorschlag des Gemeinderates und über den Vorschlag des Initiativkomitees über die Sanierung des Hallenbades Juch abgestimmt werden soll.
Text und Bilder: Willy Neubauer
Obwohl nur drei Geschäfte an der Gemeindeversammlung Ende Juni in Zumikon traktandiert waren, dauerte die Versammlung bis knapp zur Geisterstunde. Das zeigt, dass es um heisse Geschäfte ging. Und das freut die Harmonie, die am vorgesehenen Schiebedatum, dem Donnerstag, ihren «Grümpelbrunch» im Gemeindesaal durchführen konnte. Aber zur Sache – schon der Auftakt versprach einen langen Abend: SP-Präsident Uwe Koch lancierte einen Änderungsantrag: Die Hallenbad-Geschichte solle vor der Vorberatung der Schulgeschäfte (Baurechtsvertrag Juch und Baukredit Schulzentrum Farlifang) über die Bühne gehen, damit nach den Schulthemen der Saal nicht plötzlich leer sei. Dem Antrag wurde zugestimmt.
Dass die Themen das Dorf am Chapf bewegen sieht man daran, dass 323 Stimmberechtigte und einige Gäste die Versammlung besuchten, obwohl über alle drei Geschäften letztendlich an der Urne entschieden werden wird.
Sorgenfall Hallenbad
Initiant Koch wies darauf hin, dass die Kinder im Mittelpunkt stehen, sie sollten die Gelegenheit haben, Schwimmen zu lernen und Spass zu haben. Dazu brauche es keine Luxus-, sondern eine bezahlbare Lösung.Vor allem brauche es ein Lernschwimmbecken für den Schwimmunterricht.
Werkvorstand Matthias Rüegg wies auf die unendliche «Leidensgeschichte» der Sanierung hin. Bereits 2006 habe man gewusst, dass man sanieren müsse. Der Stimmbürger möge dem Gemeinderat doch sagen, war er wolle, und nicht das, was er nicht wolle.
Was die Initianten wollen, war klar. Ein Bad ohne Wellnessbeeich, aber mit Lernschwimmbecken, Planschbecken, Whirlpool und Rutschbahn. Kostenvolumen: 20,2 Mio. Franken. Der Gegenvorschlag des Gemeinderates heisst Sauna, aber kein Lernschwimmbecken und keine Attraktivitätssteigerungen. Kostnpunkt: 15 Mio. Dieser Vorschlag basiert auf der Erfahrung vom November 2010, als der 27-Mio.-Kredit zur Sanierung und Erweiterung vom Stimmvolk abgelehnt wurde.
Jetzt kamen wieder die Initianten zum Zuge. Sie beantragten die Abänderung ihrer eigenen Initiative die lautet: Sanierung mit Lernschwimmbecken und Sauna, aber ohne Kinderattraktionen und Whirlpool: Kostenpunkt 19,5 Mio.
Nach hingebungsvoll vorgetragenen Voten wurde beschlossen, dass an der Urne über zwei Vorschläge entschieden werden soll: über den Vorschlag des Gemeinderates und über die abgeänderte Initiative. Und falls der Doppelvorschlag an der Urne rechtlich nicht zulässig sei, wurde abgestimmt, dass in diesem Fall über den Vorschlag des Gemeinderates abgestimmt würde. Das heisse Thema war vom Tisch, das Schicksal des Hallenbades wird an der Urne besiegelt werden.
Streitfall Schule
Das Schulgeschäft entwickelte sich zum Schaulaufen der verschiedenen Rednerinnen und Redner, wobei die «Speaks» teilweise ausufernd Themen behandelten, die gar nicht zur Debatte standen. Schulpflege-Präsident Andreas Hugi musste mehrmals darauf hinweisen, das es sich um die Vorberatung 1. über den Baurechtsvertrag für die Schulanlage Juch und 2. den Baukredit für ein Schulzentrum Farlifang gehe. Dass also über nichts abgestimmt werde. Michael Biro erlöste dann die Versammlung indem er den Ordnungsantrag stellte, dass die Diskussion beendet werde. Die Hände schnellten hoch was bedeutete, dass die Vorberatung abgeschlossen war. Der Urnengang wird dann auf der einen oder der anderen Seite für rote Köpfe sorgen.
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