Senioren für Senioren: Die Versammlung der Silberschöpfe
241 Senioren sprengten beinahe das Kirchgemeindezentrum in Küsnacht an der Mitgliederversammlung des Vereins Senioren für Senioren. Es herrschte Oldie-Power pur.
Text und Bilder: Willy Neubauer
Zu den Zeiten, als die heutigen Senioren noch Junioren waren, sahen Senioren anders aus. Gut, es waren vorwiegend Grauschöpfe, Silberlocken und Männer mit teilweise sehr dünnem Haar, die den Kirchgemeindesaal bis zuhinterst füllten und von Präsident Jürg Angst aus Küsnacht an der Mitgliederversammlung des Vereins Senioren für Senioren Küsnacht-Erlenbach-Zumikon begrüsst wurden. Aber einen so auffälligen Farbmix, wie ihn die Seniorin mit ihrem rot-blonden Haarschopf spazieren trug, wäre Mitte des letzten Jahrhunderts undenkbar gewesen.
241 Senioren drängen in den Saal. Das sind immerhin mehr als 10 % der 2099 Mitglieder, die der Verein heute zählt, der Mitgliederbestand hat gegenüber dem Vorjahr nochmals leicht zugenommen.
Die unendliche Erfolgsgeschichte
SfS ist derjenige Verein, in dem jüngere Senioren älteren Senioren für bescheidenes Entgelt ihre guten Dienste anbieten, damit die Älteren möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben können. Und für diese Dienste herrscht rege Nachfrage. Sage und schreibe 15'174 Stunden haben die «Graumelierten» den «Weisshaarigen» 2010 geholfen, das sind gute 10 % mehr als im Vorjahr. Ingesamt 114 Helfer, die Jüngsten sind 60-jährig, die Älteste zählt 89 Jahre (sie bietet den Bügeldienst an, ist also sozusagen die «Oberbüglerin» des Vereins Senioren für Senioren), stehen im Einsatz. Und die Dienste reichen von der Betreuung invalider oder älterer Personen über Arbeiten in und an Haus und Garten (gilt natürlich auch für Wohnungen), Rechts- und Steuerberatung, Computer- und Handy-Hilfe, Begleitdienste, Vorlesen bis zur Betreuung von Haustieren. Und auch der Vorstand investiert unzählige Stunden, während die Vermittlungsstelle unermüdlich dafür sorgt, dass die richtigen Helfer rechtzeitig am richtigen Ort eintreffen. Der Zumiker Bernhard Kamer ist einer der Helfer. Er stellt seine Dienste als Rechtsanwalt bei der Rechtsberatung zur Verfügung. Übrigens, das geringe Entgelt fliesst nicht in die Taschen der Helfer, sondern dient der Finanzierung des Vereins. Und natürlich werden damit die Kosten des jährlichen Ausflugs der Helfer gedeckt. Unter diesen Helfern sind einige, die seit dem Start von SfS mithelfen.
Aber der Verein hilft nicht nur seinen älteren Mitgliedern. Er organisiert auch immer wieder interessante Vorträge. Oder man trifft sich zum geselligen Beisammensein an den Chilbifesten in Erlenbach, Küsnacht und Zumikon, an denen der Verein zu Wurst und Getränk lädt.
Interessantes Referat, feine Häppchen
Abgerundet wird die Mitgliederversammlung durch ein Referat des Küsnachters Willy Oggier. Sein Referat «Sicherheit im Gesundheitswesen bei einer älter werdenden Gesellschaft. Gibt es das?» findet regen Anklang. Das Gehörte wird anschliessend bei Apéro und feinen Häppchen ausgiebig diskutiert. Merke, die Senioren machen sich über ihre Zukunft Gedanken.
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