«En Guete» am «Gmüetlizmittag»
Am ersten Mittwoch im Monat treffen sich rund drei Dutzend Senioren im Kirchgemeindesaal in Zumikon zum Schnabulieren und Fabulieren beim Gmüetlizmittag. In der fröhlichen Rund sitzen immer wieder auch «Wiederholungstäter».
Text und Bilder: Willy Neubauer
Seit 15 Jahren laden Pro Senectute und die Reformierte Kirchgemeinde zum «Gmüetlizmittag», die fröhliche Runde gut gelaunter Senioren hat also durchaus Tradition. Ausser dem feinen Food zum günstigen Preis locken die Senioren auch der Kontakt mit ihresgleichen, die Tatsache, dass sie wieder einmal unter die Leute kommen. Am Februar-Zmittag gabs Randen-Apfelsalat, Varianten von Lasagne (Gemüse und Fleisch), und zum Dessert Birnen-Zitronen-Quarkcrème, Kaffee und Gebäck. Und das für 16 Franken, das Glas Wein zu Fr. 1.50. Zubereitet wird das feine Menu vom Küchenteam, das ebenfalls aus ergrauten Häuptern besteht – aus sieben, um genau zu sein. Judith Wyder vom Küsnachterberg ist die Leiterin des Februar-Teams. Übrigens, insgesamt 22 Senioren stehen auf der Küchen-Liste von Marianne Hostettler, der Altersbeauftragten von Kirchgemeinde und politischer Gemeinde, die den Anlass seit Jahren erfolgreich organisiert.
Auch der «Örgelikönig» isst mit
32 Senioren belegen die Sechsertische im Kirchgemeindesaal. Unter ihnen auch Lilly Felix. Die gepflegte Dame in den Achtzigern hat vor über 30 Jahren ihren Gatten verloren und ist froh um den Kontakt mit Gleichgesinnten beim feinen Mittagessen. Am Nebentisch geniessen Hans Blöchlinger und Herbert Klemenz ihr Essen und ein Gläschen Rotwein. Blöchlinger ist der «Örgelikönig» von Zumikon. Der 75-jährige spielt in mehreren Formationen mit seinem Schwiizerörgeli mit und hat auch schon die Gäste des Dorfmarktes musikalisch unterhalten. Seit einiger Zeit leben beide in der Alterssiedlung Thesenacher – die «Thesenächler» belegen meist einen ganzen Tisch beim Gmüetlizmittag, sind also Stammgäste.
A propos Stammgäste: Normalerweise würden rund 40 Senioren am Essen teilnehmen, erklärt Hostettler. Pro Senectute übernehme die Defizitgarantie, während die Kirchgemeinde den Saal und ihre Arbeitszeit zur Verfügung stelle. Und das Blumenhaus Florita liefere unentgeltlich die Pflanzen für die Tischdekoration.
Es braucht schon ein wenig Arbeit, bis so ein Gmüetlizmittag steht. Und Einsatz und Begeisterung des Küchenteams. Wer aber sieht, wie sauber leergeputzt die Teller «ihren Heimweg antreten», weiss, dass sich Einsatz und Aufwand lohnen.
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