Der Geschichte Zumikons auf der Spur
«Wohnort: 8126 Zumikon» heisst die Chronik über Zumikon, die kürzlich in der Bibliothek vorgestellt wurde. Die ersten Exemplare gingen an der Buchvernissage weg wie frische Weggli.
Text und Bilder: Willy Neubauer
Blau als Farbe Zumikons, zwei Schlüssel, die das Wappen symbolisieren und die charakteristische Kirche aus dem Jahre 1731 zieren den Umschlag der Dorfchronik, die den Werdegang Zumikons auf 208 Seiten dokumentiert. Auf der Rückseite dominieren die Abbildung des Denkmals des Zumiker Friedensapostels Max Daetwyler und das Kleid, das die erste Bundesrätin der Schweiz, die Zumikerin Elisabeth Kopp bei ihrer Vereidigung trug. Und zwischen Vorder- und Rückseite des Buchdeckels regen 208 vom Historiker Beat Frei spannend geschriebene Seiten dazu an, sich in die Geschichte des Dorfes am Chapf zu vertiefen. «Ich bin nicht nur stolz, nein, ich freue mich riesig, dass nun endlich auch unser Dorf, unser Zumikon, seine Lebensgeschichte, seine Chronik in einem Buch festgehalten hat», meint Gemeindepräsident Hermann Zangger in seiner Ansprache, mit der er die zahlreich aufmarschierten Interessenten begrüsste. Zangger hat das Werk zusammen mit Manuela Wüthrich von der Gemeindeverwaltung in einer Kommission begleitet, der anfänglich auch Hans Kauer, das «wandelnde Zumiker Lexikon» angehörte.
«Das ist ein sehr schöner Tag für mich», äussert sich Elisabeth Kopp, die ehemalige Gemeindepräsidentin und erste Bundesrätin der Schweiz. Sie hat seinerzeit zum Büchlein über Zumikon, das der inzwischen verstorbene Pfarrer Robert Epprecht verfasste, das Vorwort geschrieben. Epprecht, der das Modell von Zumikon um 1850 schuf, hat Kopp viel über Geschichte und Werdegang Zumikons erzählt und so freut sie sich, dass auch diese Anregungen in die Chronik eingegangen sind.
Geschichte lebendig dargestellt
Die Dorfchronik ist in drei Hauptkapitel aufgeteilt. Im ersten Teil «Die Häuser» zeigt Frei die Entwicklung vom Bauerndorf zur heutigen, architektonischen Vielfalt auf. Besonders die Dächer boten für viel Gesprächsstoff Anlass, war doch beispielsweise der Bau von Flachdächern lange Zeit verpönt. Im Zweiten Teil geht der Autor auf die Geschichte des Dorfes ein. Und dazu gehört natürlich auch der Weg, wie aus den Weilern «Zumminga, Waltilinchova und Cozzinchova» Zumikon mit den Teilen Walikon und Gössikon entstanden ist. Und auch der Zollikerberg gehörte einst zu Zumikon, bevor der Berg sich dann Zollikon anschloss. Die Geschichte von Zumikons Wappen, gekreuzte Schlüssel auf blauem Grund, lässt sich aus der Gestaltung eines Feuerwehreimers aus dem Jahre 1741 ableiten, der mit Schlüsseln verziert ist. Und natürlich darf auch die Kirchengeschichte nicht fehlen, die den Weg von der armen, kleinen Gemeinde bis zum heutigen Dorf mit 5000 Einwohnern dokumentiert.
Von Waldmann bis Udo Jürgens
Im dritten Teil geht der Autor auf die Menschen in Zumikon ein. Streift die Berühmtheiten vergangener und aktueller Zeiten und deren Schicksale von Hans Waldmann, der in Zumikon Grundbesitz hatte, bis zum Bewahrer Schweizerischen Liedergutes, Hanns in der Gand, der 1917 das bekannte Lied «La petite Gilberte de Courgenay» schuf und damit auch dem bekannten Film zur geistigen Landesverteidigung im zweiten Weltkrieg die Titelmelodie verlieh. Oder dem «Friedensapostel» Max Daetwyler, dem Zumikon vor einigen Jahren ein Denkmal setzte und dessen Sohn auch an der Buchvernissage anwesend war. Weiter weist das Buch auf aktuelle Zumiker Prominenz wie Elisabeth Kopp oder den Neo-Zumiker Udo Jürgens hin und stellt das aktuelle Dorfleben mit seinen Vereinen und Festen vor. «Ich habe ungefähr schon 10 Dorfchroniken verfasst», meint Autor und Historiker Beat Frei, «spannend am Werk über Zumikon war die Tatsache, dass praktisch noch nichts bestand, und ich alles von Grund auf neu aufbauen konnte». Daraus ist eine reich bebilderte, spannende Geschichte entstanden.
«Wohnort: 8126 Zumikon» von Beat Frei, 208 Seiten, Fr. 30.-, erhältlich bei der Gemeindeverwaltung Zumikon, Schalter Einwohnerkontrolle, Dorfplatz 1, Tel. 044/918 78 78
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