Am Wahlpodium den Kandidaten auf den Zahn gefühlt
Etwas ruhiger als auch schon präsentierte sich das Wahlpodium, das der Gemeindeverein am 31. März im Kirchgemeindesaal durchführte. Der Grund: Ausser bei der Schulpflege stehen exakt so viele Kandidaten wie Behörden-Sitze zur Verfügung.
Text und Bilder: Willy Neubauer
Und wieder brillierte Thomas Winistörfer, das junge Vorstandsmitglied des Gemeindevereins, als Moderator des Wahlpodiums. Obwohl am 25. April nur bei der Schulpflege die «Reise nach Jerusalem» gespielt wird (sechs Kandidierende bewerben sich für die fünf Plätze), gelang es Winistörfer, mit kritischen Fragen und seinem lausbubenhaften Charme die Kandidaten etwas aus der Reserve zu locken. So provozierte er zum Beispiel beim Gespräch mit der Sozialbehörde mit der Frage, weshalb das reiche Zumikon überhaupt eine solche Behörde brauche, das sei doch so überflüssig wie ein Parkplatz auf einer Bohrinsel. Oder er fragte Hermann Zangger, wieso er nochmals für das Gemeindepräsidium kandidiere, vor vier Jahren habe er doch gesagt, dass er nur für eine Amtsperiode antreten wolle. Zanggers Antwort: weil vier der sieben Gemeinderäte zurücktreten und vier Neuen Platz machen würden, wolle er für die nötige Kontinuität sorgen.
Wertvolles Forum
Auch ohne grosse Kampfwahlen zeigte sich der Wert des Wahlpodiums, das vom Gemeindeverein erstklassig organisiert worden war. Es bot nämlich die Gelegenheit, die Kandidaten 1:1 kennen zu lernen und sich eine Meinung zu bilden. Und diese Meinung konnte beim anschliessenden Apéro, bei dem das Publikum die Kandidaten von Angesicht zu Angesicht mit Fragen löchern konnte, vertieft werden. Vor allem auch deshalb, weil beim Apéro Marc Bohnenblust, der Präsident des Gemeindevereins, keinem den Gong gab, wenn er die Redezeit überschritt. Fazit: das Wahlpodium ist auch dann eine gute Sache, wenn keine Kampfwahlen anstehen. Es hätte eigentlich mehr als die geschätzten 80 Besucher verdient.
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