Schönstes Höhenfeuer im schönsten Land der Welt
Ein imposantes Höhenfeuer, kleine Feuer um die Cervelats zu grillieren, das Spiel der Harmonie, eine interessante Rede und viel Volk am Nationalfeiertag im Ibruch.
Text und Bilder: Willy Neubauer
Zumikon.– Mit «Wir haben zwar kein Feuerwerk wie andere, aber dafür das prächtigste Höhenfeuer der Region», eröffnete Ernst Rüegg, der Präsident des Verschönerungsvereins Zumikon die Bundesfeier hoch oben am Ibruch beim Wasserreservoir. Die Harmonie gab bei strahlendem Sonnenschein Kostproben ihres grossen Repertoires und spielte und schwitzte sich durch den frühen Abend. Dann war es an Ueli Hauser, dem Präsidenten des Gewerbevereins, das erfreulich zahlreich anwesende Publikum auf den Festbänken auf das «Rütli-Feeling», die «Swissness» einzustimmen. Er tat dies mit einer bemerkenswerten, engagierten Rede, in der er, ganz Gewerbetreibender und KMU, Arbeit und Berufsausbildung in den Mittelpunkt stellte. Er schwärmte von der Schweiz als dem schönsten Land der Welt. Warb für die Berufslehre, beklagte den zu starken Trend zur Mittelschule an der Goldküste und stellte fest, dass er auch dieses Jahr keinem Lehrling eine Berufsausbildung bieten könne, weil er keinen geeigneten Auszubildenden gefunden habe. Er sprach über die untergegangenen Industrieunternehmen aber auch über seinen Stolz auf die Schweiz, die sich immer wieder innovativ zeige. Und er brachte sein Publikum zum Lachen bei der Anekdote, als er auf einer Australienreise im Turbinenraum eines Wasserkraftwerkes dem Führer mitteilte, dass dieses Werk dank Schweizer Qualitätsarbeit Strom erzeugen könne. «Ah, Sie sind aus Schweden, ist ihr König ein guter Mann?» fragte der Australier. Er sei nicht aus Schweden, entgegnete Hauser, er sei aus der Schweiz, da habe man keinen König, man habe Christoph Blocher und das sei beinahe dasselbe.
Für jeden eine Nationalwurst
Dann wurde das Höhenfeuer entfacht, die Flamen schossen meterhoch gen Himmel. Das lodernde Feuer vor Abenddämmerung, der Blick auf See und Berge – da stiegen patriotische Gefühle auf. Die verstärkten sich, als die Harmonie die Nationalhymne intonierte. Die Festgemeinde erhob sich und begann zu singen, über das Resultat bereiten wir den Mantel des Schweigens, mindestens haben es alle versucht. Schon lag für jeden eine Wurst der Würste bereit, der Stecken, um sie darauf aufzuspiessen und über die Glut zu halten, wurde gleich mitgeliefert. Ursula Streuli in ihrer schmucken Stadtzürcher Werktagstracht genoss ihre Wurst. Sie ist vor zwei Jahren vom Zollikerberg nach Zumikon gezogen und schätzt den dörflichen Charakter von Zumikon. Jetzt legt sich Alleinunterhalter Edgar Cozzio in die Tasten des Synthesizers und manch kühles Bier oder Glas Rebensaft musste die vom Riesenfeuer erhitzen Kehlen wieder benetzen. Mann, Weib, Kind und Kegel feierten den 1. August hemdsärmlig. Ein Mal im Jahr ist das Dorf am Chapf auch am Chapf ein richtiges Dorf.
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