Wenn die Kleine ihr grosses Fest feiern
Im September gehörte der Zumiker Dorfplatz ganz den Kindern und Jugendlichen. Das Freizeitzentrum rief zum grossen Fest des Nachwuchses und vom Windelnträger bis zum Teeny vergnügten sich alle von früh bis spät.
Text und Fotos: Willy Neubauer
Manu blickt zufrieden hinter seinem Verkaufstisch hervor. Seit neun Uhr verkauft er sein altes Spielzeug am Kinderflohmarkt in Zumikon. Direkt neben dem Ritterhelm und Brustpanzer aus Plastik bleckt der Tyrannosaurus Rex seine furchterregenden Zähne. Im Angebot sind weiter noch gebrauchte Turnschuhe, eine Plastikmappe und Spiele. Der Zweitklässler hat schon «einiges verkauft», wie er anmerkt. Der Junge muss zuhause über ein grosses Zimmer verfügen, damit er sein ganzes Spielzeugs unterbringen kann. Vor dem grossen, verlockenden Angebot wuseln Kinder aller Altersklassen vorbei. Hinter den Tischen sitzen teilweise auch Mütter. «Unsere Kinder sind abgehauen, jetzt müssen wir den Stand hüten», meint Aliki Feldmann, die in Zumikon auch das Muki-Turnen leitet.
Am Nachmittag, als Dorfmarkt und Kinderflohmarkt abgebaut sind, dominiert die grosse Holzbühne den Platz. Dort, wo während des Marktes der Handharmonika Club Forch-Zumikon sein «Smoke on the water» mit wummernden Harmonika-Bässen intonierte, wird jetzt das Fest offiziell eröffnet. Dr. Floh und der gegen zwei Meter grosse Dr. Klein, Clownin und Clown der Stiftung Theodora, die kostenlos Kindern in Spitälern und Institutionen für behinderte Menschen Fröhlichkeit in den Alltag bringen, ziehen die Kids gleich scharenweise an. Dr. Floh lässt Kinder mit offenem Mund zurück, wenn sie Seifenblasen in Glasmurmeln verzaubert. Während der grosse Dr. Klein aus einem Metermass Tiere formt.
Basteln und Bogenschiessen
Wer sich nicht von den Clowns faszinieren lässt, bastelt unter Anleitung von Claudia Bischofberger vom «Mobilen Museum Sammelsurium» eine Art Scherenschnitt aus Folie. Viertklässlerin Susanne hat ihr Kunstwerk, eine strahlende Sonne, beinahe vollendet. Während ein kleiner Junge am Töpfertisch eine Maus geformt hat, die so echt aussieht, dass man sich nicht trauen würde, ein Stück Käse oder Speck neben sie zu legen. Auf der Gumpiburg leben die Kleinen ihren Bewegungsdrang aus, während beim Pfeilbogenschiessen auch Tellentöchter ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen. Grosses Gelächter ertönt am Ort, wo Wasser mit der Handspritze von einem Eimer zum anderen gespritzt wird: Die Wiese wird intensiv gewässert, was nach den Regenfällen der letzten Zeit eigentlich überflüssig ist. Wer jetzt Hunger und Durst verspürt, kann sich am Kuchenbuffet gütlich tun und das vertilgen, was am Kuchenwettbewerb prämiert wurde. Den Durst löscht man mit einem Schluck Sirup aus der Sirupgeiss und der Crèpesstand wird auch gerne von Mamis und Papis frequentiert.
Coole Jungs mit heissem Sound
«Mit diesem Fest wollen wir einfach die Jugendarbeit in Zumikon würdigen und dem Publikum zeigen, was Kinder- und Jugendkultur in Zumikon bedeuten», erklärt Monique Cornu, die Leiterin des organisierenden Freizeitzentrums. Es sei schade, dass das Wetter nicht mitgespielt habe, man hätte den Dorfplatz gerne mehr belebt, meint Cornu weiter. Sie nimmt an, dass das Fest mit einer Schwarzen Null abschliesst. Denn ausser der finanziell aufwendigen Holzbühne, die von der Gemeinde gesponsert wird, stammen alle anderen Attraktionen vom Freizeitzentrum, oder von befreundeten Vereinen und Institutionen. So rekrutieren sich die Hip-Hoperinnen, die Karatekas und die Ballettratten, die am späteren Nachmittag ihr Können auf der Bühne demonstrieren, aus den entsprechenden Kursen des Freizeitzentrums. Die Mädchenriege stellt der befreundete Turnverein. Und DJane Beluga, die am späten Abend die Familiendisco betreibt, legt jeweils auch an den Ü30-Parties des Freizeitzentrums auf. Am frühen Abend wackelt dann die Bühne: Die Jugendbands «Klirrfaktor» und «Blue Stuff» haben ihren Gig, während dem Zumikons weibliche Teenies kichernd für ihre Favoriten fänen. Die Nachwuchsbands, die vom Zumiker Jürg Bruhin gecoacht werden, üben in Probelokalen, die vom Freizeitzentrum zur Verfügung gestellt werden. So endet ein Kinder- und Jugendfest, das nicht nur dem Nachwuchs mächtig viel Spass bereitet hat, sondern das auch Eltern, Grosseltern und Paten begeistert applaudieren lässt, wenn der Nachwuchs sich auf der Bühne präsentiert.
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