52 Hände und 2 Klaviere
Am letzten Januartag lief das Klavier im Singsaal des Schulhauses Farlifang heiss. Da zeigten Schülerinnen und Schüler der Klavierklasse von Jutta Hebling, was sie drauf haben. Viel!
Text und Bilder: Willy Neubauer
«Dem Mann am Klavier noch ein Bier» – das galt nicht am Klavierabend im Schulhaus Farlifang. Dafür waren die Musikanten noch zu jung. Schliesslich reicht das Altersspektrum der «Künstler», die im gut besetzten Singsaal ihr Auditorium begeistern, von sieben bis siebzehn Jahren. Es sind alles Schüler der Klavierklasse von Jutta Hebling-Scherle, die an der Musikschule Zumikon unterrichtet.
Und Hebling hat nicht nur den Anlass auf die Beine gestellt, sie hat auch einige Stücke für die Kleinsten kindergerecht geschrieben, die Kinder gecoacht und bei manchen Stücken «eigenhändig» ausgeholfen. Beispielweise beim Eröffnungsstück «Marsch der Zwerge», das sie mit Vincent Borens vierhändig vortrug.
Der Abend bot einen bunten Reigen musikalischer Appetithäppchen, die sich bei manchen Jugendlichen als echte Leckerbissen entpuppten. Kein Zweifel, da ist einiges an Talent vorhanden.
Eigenes Lied gesungen
Überzeugt hat beispielsweise die kleine Delia Guggenheim mit dem «Verrückten Walzer» von Manfred Schmitz. Nicht nur mit ihrem Spiel, sondern auch mit ihrem Hut, der offenbar ihr Markenzeichen ist (sie hatte schon am Musikschule-Anlass vergangenen November einen chicen Herrenhut auf). Und überzeugt hat natürlich Zelia Bijordal mit ihrem selbst getexteten Lied «Winterzeit» (Musik J. Hebling), das sie solo vortrug. Die kleine Zelia hat auch schon grosse Bühnenluft geschnuppert, sie stand beim Musical «Evita» in Zürich auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Entzückend auch Sophia Huber, die Ballettunterricht nimmt. Das, und ihre Rennmaus haben Jutta Hebling zum Stück «Die kleine Mäuseballerina» inspiriert, das Sophia tadellos vorgetragen hat. Gegen 30 Kinder und Jugendliche, die Grossen mit teilweise beachtlichem Können, haben von der Volksmusik über Rock bis zum Walzer zwei-, vier-oder achthändig auf einem oder zwei Klavieren ihr Publikum blendend unterhalten. Und weil Zuhören ganz schön durstig machen kann, trafen sich nach dem Konzert stolze Eltern, Verwandte und Paten nachher noch zum Apéro. Um das Gehörte nochmals Revue passieren zu lassen. Und um die kleinen Stars und ihre Lehrerin gebührend zu feiern.
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